Februar 2012
Freitag, 17. Februar
19.30 Uhr
Italienisches Kulturinstitut
Hermann-Schmid-Straße 8

Kurfürstin Henriette Adelaide von Savoyen. Der Mentalitätswechsel am Münchner Hof im Spiegel barocker Ausstattungskultur
Vortrag mit Powerpointpräsentation
Dr. Max Tillmann, Kunsthistoriker

Den Anfang der sinnenfrohen Münchner Barockkultur setzte eine Fürstin: Henriette Adelaide von Savoyen (1636-1676). 1652 wurde die am Turiner Hof aufgewachsene Italienerin an den Kurfürsten Ferdinand Maria von Bayern verheiratet. Selbst Tochter einer prunkliebenden Bourbonin löste sie mit ihrer profranzösischen Gesinnung einen Generationenkonflikt innerhalb des kurfürstlichen Haushalts aus. Erst nach der Geburt des Kurprinzen 1662 kam die Savoyerin zu Einfluss. Ihren Machtanspruch und ihre kulturelle Orientierung brachte Henriette Adelaide vor allem in ihrem 1943-44 zerstörten Grande Appartement in der Münchner Residenz zum Ausdruck. Anhand des historischen Planmaterials sowie an ausgewählten Beispielen aus dem Bereich der Malerei und der Möbelkunst soll der in Größe, kostbarer Ausstattung und Nutzung ebenso programmatische wie innovative Charakter ihrer Wohngemächer vorgestellt werden.


März 2012
Freitag, 09. März
19.30 Uhr
Italienisches Kulturinstitut
Hermann-Schmid-Straße 8

Franz Graf von Pocci: Wie ein Arlecchino den Kasperl Larifari kultivierte. Ein italienischer Simplicissimus prägt als Zeremonienmeister, Hofmusikintendant und “Kaspergraf” die Münchner Spätromantik
Vortrag mit Lesung
Dr. Michael Köhle und Johannes Glötzner

Franz von Poccis Familie, - er selbst ist 1807 in München geboren - blickt auf eine lange aristokratische Geschichte in Viterbo und in Rom zurück. Nach juristischem Studium in Landshut und München wird er 1830 von Ludwig I. zehn Jahre nach dem Tod des letzten Hofnarren an den Bayerischen Königshof mit 23 Jahren zum Zeremonienmeister berufen. Durch seine Kreativität wird er zum Mittelpunkt des gesellschaftlichen und künsterlischen Lebens im biedermeierlichen München. Karikatur, Comic und der spätere Beruf des Humoristen werden durch seine Arbeiten, seine Begabung, seine hohe Stellung am Hof und die in der konstitutionellen Monarchie vorhandenen kulturellen Freiräume möglich. Der “Staatshämorrhoidarius”, die erste Satire auf den bayerischen Staatsbeamten, veröffentlicht in den fliegenden Blättern, gilt als erster deutscher Comic. Poccis psychologische Feinfühligkeit verbunden mit seinem Improvisationstalent führt zu dem literarischen Phänomen der “naiven Subjektivität”, die ihren ersten Höhepunkt noch zu seinen Lebzeiten in etwa 50 Kasperl-komödien findet, deren alte Wurzeln aber doch in Italien gesucht werden müssen


Freitag, 23. März
19.30 Uhr
Italienisches Kulturinstitut
Hermann-Schmid-Straße 8

“Als Österreich noch bei Bayern war . . .“
Vortrag mit Lichtbildern
Dr. Wolfgang Jahn, Kurator der Landesausstellung 2012

Die Bayerisch - Oberösterreichische Landesausstellung zeigt in Burghausen den Ausstellungsteil “Bayern und Österreich im Mittelalter”, als das Herzogtum Bayern vom Lech bis nach Wien reichte und die Donau die bestimmende Raumachse war. Die Ausstellung geht historischen Gemeinsamkeiten nach, aber auch alten Konflikten, die bis heute beide Länder verbinden. Die Burg zu Burghausen, eine der längsten Burgen der Welt, bildet den Rahmen für die Inszenierung einer spannenden Epoche.

Der Besuch der Landesausstellung ist in der Woche vom 7. - 12. Mai (2 Tage, 1 Übernachtung) geplant. Das genaue Datum und das Programm werden später bekanntgegeben.


April 2012
Freitag, 20. April
19.30 Uhr
Italienisches Kulturinstitut
Hermann-Schmid-Straße 8

Siziliens Mythen
Vortrag
Prof. Dr. Johannes Nollé

Sizilien hat die Phantasie der Griechen, die als Eroberer auf diese Insel kamen, stark angeregt. Mit Mythen versuchten sie den feuerspeienden Ätna zu erklären, aber auch die windigen und gefährlichen Seerouten um die Straße von Messina: So hatte Zeus, wie erzählt wurde, den Ätna auf den Drachen Typhon geworfen; in dem feurigen Innern des Berges befand sich die Schmiede des Hephaistos, der für Zeus die Donnerkeile herstellte. Auf den Äolischen Inseln hauste der Windgott Äolos, und an den Küsten lauerten ringsum Ungeheuer wie Skylla und Polyphem. Odysseus besuchte die Insel, aber auch Herakles und Äneas kamen nach Sizilien. Bei Enna entführte der Unterweltgott Hades Demeters Tochter Kore, als sie gerade auf einer der unsäglich reich blühenden Frühlingswiesen der Insel Blumen pflückte. Ein durch die Jahrhunderte ungebrochener Zauber geht von diesen uralten Mythen aus, so dass seit der Renaissance sizilische Mythen Maler und Komponisten inspirierten.