• 22. Februar 2019
    Beginn: 19:00 Uhr
    Ende: 20:30 Uhr
    Ort: Instituto „Cervantes“, Alfons-Goppel-Str. 7
    Die Dogen und das Regierungssystem der Republik Venedig

    Vortrag mit Lichtbildern

    Referent: Dr. Frank Henseleit

    Bedingt durch die Machtfülle des Byzantinischen Reiches in Oberitalien entwickelte sich das Dogat seit dem frühen 8. Jahrhundert. In den folgenden Jahrzehnten gelang es Venedig, sich immer mehr vom oströmischen Einfluss zu emanzipieren, der Doge erhielt durch militärische und richterliche Funktionen nahezu uneingeschränkte Macht und war Staatsoberhaupt der Republik Venedig. Im Hochmittelalter jedoch wurde die Alleinherrschaft des Dogen durch die Schaffung des „Großen Rates“ und des „Rates der Zehn“ beschnitten. Nach Schließung des „maggior consiglio“ im Jahre 1297 hielten nun einflussreiche venezianische Adelsfamilien die Macht in ihren Händen – der Doge war nur noch Repräsentant des Staates. Das Wahlsystem war hochkompliziert – jegliche Manipulationen sollten ausgeschlossen werden.

    Der Vortrag schildert das Regierungssystem der Republick Venedig und wirft einen Blick auf einige bedeutende Dogen und ihren Herrschersitz – den Dogenpalast.

  • 06. März 2019
    Beginn: 19:00 Uhr
    Ende: 20:30 Uhr
    Ort: Instituto „Cervantes“, Alfons-Goppel-Str. 7
    Literatur für Liebhaber- „Giacomo Casanova“

    von und mit Marion und Markus von Hagen

    Die Liebschaften des Giacomo Casanova sind sprichwörtlich, doch der venezianische Abenteurer war auch ein äußerst produktiver Schriftsteller. Seine Memoiren mit der berühmten Beschreibung der Flucht aus den Bleikammern des Dogenpalastes gehören zur Weltliteratur. Er schrieb Gedichte, Theaterstücke, historische Werke sowie einen Utopischen Roman. Casanova war hochgebildet und verfaßte Abhandlungen zu philosophischen, mathematischen, musischen und naturwissenschaftlichen Themen; zudem war er als Übersetzer tätig, wie z.B. der Ilias. Marion und Markus von Hagen erzählen aus seinem bewegten Leben, das ihn kreuz und quer durch Europa führte, als Theatergeiger, über Leutnant und Lotteriedirektor bis zum Spitzel der Inquisition, und sie lesen aus seinem Werk.

  • 07. März 2019
    Beginn: 19:00 Uhr
    Ende: 20:30 Uhr
    Ort: Instituto „Cervantes“, Alfons-Goppel-Str. 7
    Lesemarathon: Alessandro Manzonis „I promessi sposi“ (Die Brautleuten)

    Referent: Burkhart Kroeber

    Alessandro Manzonis Roman „I promessi sposi“ gilt als das bedeutendste Werk der italienischen Literatur des 19. Jahrhunderts. Für Goethe, der sehr früh auf Manzoni aufmerksam wurde, überflügelte es „alles, was wir in dieser Art kennen“. Der von der „Vereinigung Deutsch-Italienischer Gesellschaften“ (VDIG) initiierte Lesemarathon präsentiert Manzoni auf eindrucksvolle Weise: Ausgewählte Stellen aus dem Roman werden abwechselnd im Original und in der hochgelobten Neuübersetzung von Burkhart Kroeber (Hanser 2000) vorgelesen, dazu wird die Passage in der jeweils anderen Sprache an die Wand projiziert. Weitere Texte Manzonis, sowie ein- und überleitende Worte runden die Lesung zu einem Überblick über diesen wichtigen Abschnitt der italienischen Literatur und Geschichte ab. Darüber hinaus stellt Burkhart Kroeber seine Arbei vor.

  • 18. März 2019
    Beginn: 19:00 Uhr
    Ende: 20:30 Uhr
    Die Medici – Vom Bankhaus an die Schalthebel der Macht

    Vortrag mit Lichtbildern

    Referent: Alois Uhl

    Macht und Glanz kennzeichnen die berühmteste Familie Italiens. Wirtschaftliche Macht verhilft zu politischer Macht und der große Lorenzo il Magnifico versteht es, seine Kinder taktisch klug zu platzieren. Er verheiratet seine Tochter Maddalena mit dem Papstsohn Franceschetto und dafür erhält sein Sohn Giovanni einen Kardinalshut und bald sitzen zweimal ein Medici auf dem Papstthron, der die Basis abgibt für eine gezielte, schamlose Familienförderung.

    Kardinalshüte werden vergeben und zwei junge Frauen, Caterina und Maria steigen auf zu Königinnen, die in Frankreich ungeliebt und verachtet sich als Opfer für den Ruhm der Familie fühlen müssen.

    Als 1531 Allessandro de’ Medici als erster Herzog antritt – und damit werden die Medici eine erbliche Dynastie – werden die Florentiner über Nacht zu Untertanen und despotischen Herrschern ausgeliefert. Ob einige Medici an Gicht oder Gift gestorben sind, ist bis heute ungeklärt, zuletzt wurden 2012 Särge geöffnet. Auch eine Erfolgsgeschichte hat ihre dunklen Kapitel.

    Nach der brutalen Annexion von Siena lässt sich der Herrscher zum „Granduca“ krönen. Reichtum und Überfluss führen zum Niedergang und saft- und kraftlos endet ein großes Geschlecht, als 1743 Anna Maria Luisa ihre Augen schließt.

    Als große und innovative Mäzene bleiben die Medici unvergessen, sie finden bis heute hohe Bewunderung und der Mythos „Medici“ ist immer neu zu entdecken.

    Und bis 20. Jan. 2019 war die Ausstellung „Florenz und seine Maler“ in der Alten Pinakothek zu sehen.

  • 12. April 2019
    Beginn: 19:00 Uhr
    Ende: 20:30 Uhr
    Ort: Instituto „Cervantes“, Alfons-Goppel-Str. 7
    „So ein wüthender Italiener bin ich geworden“ : Richard Wagner und das Italienische

    Multimedia – Vortrag

    Referentin: Prof. Dr. Sabine Sonntag, Hannover / Berlin

    Wagner gilt als das Gegenmodell zur italienischen Oper. Wo dort die Nummerneinteilung in Rezitativ, Arie und Duett vorherrschte, strebte Wagner nach dem unterbrechungslosen Ganzen. Wo den Italienern, namentlich natürlich bei Verdi, Oper ein Gemeinschaftswerk von Komponist und Librettist war, wollte Wagner alles aus einer, aus seiner Hand gestalten. Und trotzdem  begegnen einem bei Wagner auf Schritt und Tritt italienische Einflüsse.

    Ausnahmslos alle Werke sind von Italien geprägt, auch wenn man die Einflüsse erst in tieferen Schichten entdeckt. Wer würde schon beim ersten Hören auf die Idee kommen, dass die traurige „alte Weise“ aus dem Tristan, vom Englischhorn vorgetragen, auf das Lied eines Gondoliere in Venedig zurückgeht? Und Wagner selbst wünschte sich mehr Italienisches im Gesangsstil zum Beispiel für seinen Lohengrin. Gattin Cosima sah das anders, und hat nach Wagners Tod den Tenören die Italianità gründlich ausgetrieben. Über solche in die Tiefe der Interpretation gehenden Aspekte wird Sabine Sonntag berichten und ihre Thesen mit zahlreichen Musik- und Videobeispielen veranschaulichen.