Veranstaltungen

  1. September 2022

Liebe Dante-Freunde,

hiermit präsentieren wir das Veranstaltungsprogramm bis zum Jahresende – in der Erwartung, dass uns Corona gewähren lässt. Bitte laden Sie auch Freunde und Bekannte ein – neue Mitglieder sind herzlich willkommen.

Das Programm ist abwechslungsreich, aber ein Highlight besonderer Art ist das internationale wissenschaftliche Symposium der Universität München zum hochmittelalterlichen Süditalien (s. im Programm Dienstag, 11. Oktober). Da unsere Società hierzu einen Unkostenbeitrag geleistet hat, haben wir Zutritt zu dieser Veranstaltung, (auf dem schriftlichen Programm der Uni ist auch unser Logo aufgedruckt!). Über das Thema hinaus wird dabei eindrucksvoll sichtbar, auf welche Quellen Historiker zurückgreifen und wie sich die wissenschaftliche Arbeit hierbei gestaltet.

Zum Schluss: Nicht wenige Beitragszahlungen stehen noch aus, bisweilen auch für 2021, vielleicht bedingt durch die Corona-Wirren. Daher die freundliche Bitte, sich zu erinnern.

Herzliche Grüße

Dr. Wilhelm Schlötterer

für Vorstand und Beirat

  • 29. September 2022
    Beginn: 19:00 Uhr
    Ende: 20:30 Uhr
    Ort: Instituto Cervantes - Alfons-Goppel-Strasse 7 - 80539 München
    „Papst Julius II als Kunstmäzen“

    Vortrag mit Lichtbildern

    Referentin: Dr. Dorethée Siegelin

    Julius II (1503-1513) war der erste Papst, der persönlich in den Krieg zog; ein Machtmensch, der den Ruhm der Kirche und die Bedeutung und territoriale Erstreckung des Kirchenstaates vergrößern wollte. Gleichermaßen war er ein bedeutender Kunstmäzen. Während seiner Regentschaft löste Rom Florenz als wichtigste Kunstmetropole ab und die Kunst der Hochrenaissance blühte. Gleich nach seinem Amtsantritt vergab Julius II zwei Aufträge gewaltigen Ausmaßes, die seinem eigenen Ruhm und dem der Kirche dienen sollten. Er beauftragte den Architekten Bramante mit dem Bau einer neuen, riesigen Peterskirche, in der Michelangelo dem Papst ein gewaltiges Freigrab errichten sollte. Der Bau von St. Peter zog sich über ein Jahrhundert hin und wurde in Zeiten von Reformation und Gegenreformation auch ein politischer Bau. Das Projekt des riesigen Papstgrabmales kam nie zustande. Als eine Art Kompensation verpflichtete Julius II Michelangelo mit der Ausmalung der Decke der Sixtinischen Kapelle. Michelangelo machte sich zunächst höchst ungern an die Arbeit, zumal er selbst sein wahres Talent in der Bildhauerei sah. Das Ergebnis der Arbeit Michelangelos straft seiner Selbsteinschätzung Lügen: Die Sixtinische Decke ist sicher eines der schönsten und ungewöhnlichsten Kunstwerke europäischer Kunstgeschichte. Raffael schließlich, der eine zentrale Stelle am päpstlichen Hof innehatte, malte ab 1508 die päpstlichen Privatgemächer im Apostolischen Palast, die sogenannten Stanzen, aus. Die Fresken, darunter „Die Schule von Athen“, gehören zu den bedeutendsten der Hochrenaissance. Raffael wählte neben allegorischen Darstellungen zahlreiche historische Themen, die als Anspielungen auf die Regentschaft Julius‘ II gelesen werden können

     

  • 11. Oktober 2022
    Beginn: 09:00 Uhr
    Ende: 17:00 Uhr
    Ort: Universität München, Philologicum, Ludwigstraße 25
    „Das hochmittelalterliche Süditalien – spätmittelalterliche Perspektiven“

    In einem vom 10. Bis 12. Oktober stattfindenden Symposium der Universität München wird diese Epoche von Professoren der Universitäten Neapel, Innsbruck, Basilicata, Tübingen, Florenz und Paris beleuchtet.

    (Ort: Universität München, Philologicum, Ludwigstraße 25).

    Die Themen der einzelnen Vorträge sowie die jeweilige Uhrzeit finden sich auf unserer web-site unter „Aktuelles“

  • 14. Oktober 2022
    Beginn: 19:00 Uhr
    Ende: 20:30 Uhr
    Ort: Instituto Cervantes - Alfons-Goppel-Strasse 7 - 80539 München
    „Das Veneto – eine bezaubernde Region“ (ohne Venedig)

    Vortrag mit Powerpoint-Präsentation

    Referent: Gerhard Kotschenreuther

    Die meisten Italienreisenden waren sicher schon in Venedig oder Verona.

    Aber die Region Veneto hat unendlich viel mehr zu bieten: großartige Landschaften, Thermalquellen, prachtvolle Villen von Palladio sowie UNESCO Weltkulturerbe-Stätten, sensationelle Bauten und Kunstwerke.

    Unser Referent führt uns in außergewöhnliche Städte, zu den interessantesten Sehenswürdigkeiten und unternimmt noch einen kleinen Abstecher nach Süden, in die Emilia Romagna zu zwei weiteren weniger bekannten Orten, die man aber unbedingt sehen sollte.

  • 11. November 2022
    Beginn: 19:00 Uhr
    Ende: 20:30 Uhr
    Ort: Instituto Cervantes - Alfons-Goppel-Strasse 7 - 80539 München
    „Chostlichs, fremds und seltzams – Die Münchner Kunst- und Wunderkammer und ihre italienischen Wurzeln“

    Vortrag mit Powerpoint-Präsentation

    Referentin: Martina Sepp

    Mit dem Zeitgeist der Renaissance erblüht in Italien die Sammelleidenschaft der weltlichen Fürsten, die Freude an Kunstwerken, kunsthandwerklichen Kostbarkeiten und Raritäten führt zu grandiosen und prachtvollen Sammlungen. Es sind die großen Dynastien der Medici, Gonzaga und Farnese, die mit ihrer Vielfalt an Kunstschätzen Vorbild werden für ein ganz einzigartiges Phänomen – die Kunst- und Wunderkammer.

    Das Interesse an Raritäten, Kuriositäten und exotischen Exponaten spiegelt die Faszination an der Entdeckung „neuer“ Welten wieder und bereichert damit die traditionellen Kunstsammlungen. Die gesamte Welt in ihrer Vielfalt im Mikrokosmus einer Kunst- und Wunderkammer darzustellen und sie auch gleichzeitig zu ordnen entspricht der Gedankenwelt der Spätrenaissance.

    Dieser Idee entsprechend entstehen ab dem 16. Jhd. nördlich der Alpen beeindruckende Sammlungen, zu denen auch die Münchner Kunst- und Wunderkammer Albrecht V. (1550-1579) gehört. Sie setzt das italienische Vorbild in einer ganz einzigartigen Weise um, bildet den Grundstock vieler Münchner Museen und verwirklicht durch ihre konzeptionelle Gestaltung schon sehr früh die Ideenwelt eines Museum.

    in Verbindung mit anschließender Mitgliederversammlung:

     

    1. Berichte der Mitglieder des Vorstands
    2. Diskussion
    3. Entlastung des Vorstands

     

  • 25. November 2022
    Beginn: 19:00 Uhr
    Ende: 20:30 Uhr
    Ort: Instituto Cervantes - Alfons-Goppel-Strasse 7 - 80539 München
    „Neuwahlen in Italien: Die populistische Herausforderung“

    Vortrag

    Referent: Dr. Stefan Winter

    Die Parlamentswahlen am 25.9. können eine entscheidende Zeitenwende in Italien und Europa bedeuten. Erstmalig können im Verbund die neofaschistischen „Fratteli d´Italia“ unter Meloni, die in Umfragen führt, eine Mehrheit mit Salvini und im Hintergrund Berlusconi bilden. Die Folgen für die Demokratie wären weitreichend und fatal: Ressentiments gegen die NATO und z.T. einer Begünstigung für Putins Machtpolitik. Wie konnte es dazu in einem Gründungsland Europas kommen? Wir beginnen mit der Neo-Faschistischen Ausrichtung der MSI unter Almirante, beobachten die Radikalisierung in den 70er Jahren und ihre antikommunistisch-bestimmten Terroranschläge. Anschließend beobachten wir die „Alleanza Nazionale“ unter Fini mit den inneren Widersprüchen zwischen einer pragmatischen Neuorientierung und einem faschistischen Geschichtsverständnis. Am Ende versuchen wir eine vorläufige Einschätzung Salvinis und der Wahlkampfführung Melonis. Schließlich stellt sich die bedrückende Frage, wie sich Demokratien im Westen dagegen behaupten.

  • 08. Dezember 2022
    Beginn: 19:00 Uhr
    Ende: 20:30 Uhr
    Ort: Instituto Cervantes - Alfons-Goppel-Strasse 7 - 80539 München
    „Melodien für Millionen“ – Verdis „trilogia popolare“ Rigoletto, Troubadour, Traviata“

    Vortrag

    Referent: Prof. Thomas Gropper

    Nach gut einem Jahrzehnt pausenloser und oft hektischer Opernarbeit (seinen „Galeerenjahren“ = „anni di galera“) gelang Verdi als knapp 40jährigem Komponisten 1851 und 1853 eine Reihe von dichten, packenden, lebendigen Meisterwerken, die seinen endgültigen Durchbruch bedeuteten: „Rigoletto“ nach einem spektakulären Theaterstück von Victor Hugo, „Il trovatore“ als Ausdruck spanischer Schauerromantik und „La traviata“ nach „Die Kameliendame“ von Alexandre Dumas als bürgerliches Seelenstück. Mit sicherer Hand für große Theaterwirkungen, mit unsterblichen Melodien („La donna e mobile“) und mit gedrängter, temporeicher Dramaturgie gelingen Verdi große Opern.

  • 16. Dezember 2022
    Beginn: 19:00 Uhr
    Ende: 20:30 Uhr
    Ort: Instituto Cervantes - Alfons-Goppel-Strasse 7 - 80539 München
    „Das Kapitol – der kleinste Hügel Roms, der jedoch Weltbedeutung gewann“

    Vortrag

    Referent: Prof. Dr. Johannes Nollé

    1950 hat der hochgebildete Bundespräsident Theodor Heuß bei der Einweihung eines Gymnasiums gesagt: „Es gibt drei Hügel, von denen das Abendland seinen Ausgang genommen hat: Golgatha, die Akropolis in Athen, das Capitol in Rom. Aus allem ist das Abendland geistig gewirkt, und man darf alle drei, man muss sie als Einheit sehen.“ Obwohl der Kapitolhügel der kleinste Hügel Roms ist, wurde er nicht nur zum religiösen Zentrum Roms und seines Weltreiches, sondern auch zum wirtschaftlichen und gewissermaßen auch militärischen Mittelpunkt der Stadt am Tiber: Auf dem Kapitol stand der Tempel des Iupiter Capitolinus, befand sich beim Heiligtum der Iuno Moneta die römische Münze, wurden die Entlassungsurkunden römischer Soldaten zum Aushang gebracht. Schließlich war das Kapitol mit dem Tarpeischen Felsen auch ein wichtiger Gerichtsort der Stadt. Mit der Christianisierung Roms wurde auf dem Kapitol die legendenumrankte Basilika Santa Maria in Aracoeli errichtet. Im Mittelalter war der Kapitolshügel Verwaltungssitz der zivilen Stadtregierung Roms; noch heute residiert der römische Bürgermeister dort, flankiert von bedeutenden Museen und Aug’ in Aug’ mit dem Kaiser Marc Aurel. Michelangelo gab dem Platz auf dem Hügel sein heutiges Aussehen. Die Bekanntheit des römischen Kapitols war der Grund dafür, dass überall in der Welt bedeutende politische Gebäude als Kapitol bezeichnet wurden. Das wichtigste von ihnen steht in Washington und gewann kürzlich durch die Respektlosigkeit eines abgewählten und nur spärlich gebildeten amerikanischen Präsidenten vor der demokratischen Verfassung der Vereinigten Staaten besondere Aufmerksamkeit.

     

    Alle Veranstaltungen finden im Spanischen Kulturinstitut „Cervantes“, Alfons-Goppel-Str. 7 (hinter der Residenz) statt soweit nicht anders angegeben.