Rossinissimo – Oper à la carte (zum 150 jährigen Gedenken an Gioachino Rossini)

27. April 2018
start: 19:00 hrs
end: 20:30 hrs

location: Instituto „Cervantes“, Alfons-Goppel-Str. 7

Vortrag mit Musikbeispielen

Referent: Prof. Dr. Sabine Sonntag

Kennen Sie eine Oper von Rossini? Ja? Dann kennen Sie alle! Rossini selbst hat das über sich gesagt, aber Rossini irrt! Natürlich gibt es auch bei ihm einen bestimmten Eigen-Stil, wie bei jedem anderen Komponisten auch. Und mit Rossini verbindet man in der Regel das Heitere, Leichte, Schnelle, so wie es in seinem Meisterwerk, dem Barbier von Sevilla, ablesbar ist. Dennoch gehört nur ein Drittel seines Opernschaffens zum komischen Musiktheater, der Rest ist tragische Oper. Moses, Otello, Die Belagerung von Korinth, Semiramis – alles ernste Themen mit einer ganz individuellen, nicht austauschbaren Musik. 2018, 150 Jahre nach Rossinis Tod, stehen besonders seine großen Opern  im Fokus, Wilhelm Tell z.B. feiert gerade eine triumphale Rückkehr ins Opernrepertoire. In den ernsten Opern geht es vor allem um freiheitliche Ideen, sei es die Befreiung der Israeliten von der Willkür des Pharaos, sei es das Aufbegehren der Schweizer unter Wilhelm Tell. In dieser Rebellion Tells, von Rossini bewegend in Musik gesetzt, fand sich das italienische Volk in Zeiten der Erhebung gegen die Habsburger wieder. Und nicht zuletzt kündigt sich in den langen Szenen der Semiramis, kürzlich in München neu inszeniert, auch schon Wagners „unendliche Melodie“ an.

Rossini gilt auch als großer Koch, wenngleich da viel Legende ist – trotzdem wird in Sabine Sonntags Vortrag auch über Rossinis Rezepte und seine wohl einzig authentische Kreation, die „Bouillon mit Trüffeleinlage“, zu sprechen sein. Vor allem aber geht es um die Musik, z.B. das typische Rossini-Crescendo, bei dem erst wenige Musiker ganz leise spielen und am Ende ein ganzes Orchester im Kanonendonner explodiert, und es geht um die enormen Anforderungen, die Rossini-Partituren für Sänger darstellen.