start: 19:00 hrs
end: 20:30 hrs
location: Instituto Cervantes, Alfons-Goppel-Str. 7- 80539 München
Referentin: Martina Sepp
Zur Zeit der Renaissance vollzieht sich ein entscheidender Wandel der Festkultur, die Nacht verliert ihre eher angstbesetzte Eigenschaft und wird zum beliebten Zeitpunkt üppiger und pompöser Festivitäten. Doch nicht nur nachts wird gefeiert, die prunkvollen Hochzeiten des italienischen Adels ziehen sich über Tage, wenn nicht über Wochen mit einer nicht enden wollenden Abfolge von Lustbarkeiten dahin.
Italienische Heiraten der Medici, Gonzaga, d’Este in Florenz, Venedig, Rom und Ferrara im 15. und 16. Jhd. werden zum Ideal der Festkultur des Adels und der Fürstenhäuser in Europa. Besonders in Bayern und München orientiert man sich traditionsgemäß an Italien. So feiert 1568 der junge Herzogssohn Wilhelm mit Renata von Lothringen eine für bayrische Verhältnisse unglaublich prunkvolle Vermählung nach italienischem Vorbild. Es ist ein Italiener, der im Auftrag des bayrischen Herzoges eine minutiöse Schilderung des Festablaufs gibt und uns damit einen lebhaften Einblick in die Feierlichkeiten vermittelt. Selbst die Speiseabfolge, natürlich auch mit italienischen Weinen, der vielen Bankette ist uns überliefert. Eine Reihe farbiger Kupferstiche lässt uns teilhaben an Turnieren, Hochzeitstanz und Trauung und macht deutlich wie eng man sich in München an den großen Hochzeiten in Italien orientierte.