start: 19:00 hrs
end: 20:30 hrs
location: Instituto Cervantes - Alfons-Goppel-Strasse 7 - 80539 München
Vortrag
Referent: Prof. Dr. Johannes Nollé
Die Pax Romana – der kaiserliche Friede, der im Jahre 31 v. Chr. von Augustus nach dem Sieg über seinen letzten Bürgerkriegsgegner begründet wurde – führte nach 100 Jahren Bürgerkrieg und unzähligen Gefallenen bei der Expansion des Römischen Reiches eine Zeit herauf, die vielen wie ein Goldenes Zeitalter vorkam. Augustus gelang es, sich als Friedensbringer und Heiland darzustellen.
Der Senat errichtete ihm in Rom die Ara Pacis, die heute in einem eigenen Museumsbau zu besichtigen ist. Ohne dass Augustus davon Notiz nehmen konnte, wurde unter seiner ,Friedensherrschaft‘ in Bethlehem Jesus Christus geboren, dessen griechische Initialbuchstaben XP später als PAX gedeutet wurden. Gegen Ende der Antike, als in den Stürmen einer durch Klimawandel ausgelösten Völkerwanderung das Römische Reich zusammenbrach und überall Unfrieden herrschte, diskutierte ein christlicher Bischof, der Kirchenvater Augustinus, auf der Grundlage römischer Friedensvorstellungen eine christliche Einstellung zu Krieg und Frieden. Die Antike bietet reichlich Anschauungsmaterial dafür, das Frieden nicht zu einer unreflektierten Selbstverständlichkeit werden sollte.