start: 19:00 hrs
end: 20:30 hrs
location: Instituto Cervantes - Alfons-Goppel-Str.7 - 80539 München
Vortrag mit Musikbeispielen
Referent: Matthias Keller
Er ist zweifellos bis heute einer der renommiertesten Filmkomponisten, schrieb zu über 500 Filmen die Musik und erhielt zweimal den begehrten „Oscar“: der Italiener Ennio Morricone (1928-2020). Seinen internationalen Durchbruch feierte der im römischen Stadtteil Trastevere gebürtige Morricone 1968 mit Sergio Leones Western „Spiel mir das Lied vom Tod“ und wird seither – insbesondere in Deutschland – vor allem als Komponist von Italo-Western verehrt. Tatsächlich aber macht diese Sparte gerade einmal achteinhalb Prozent innerhalb seines cineastischen Gesamtschaffens aus, wie Morricone immer wieder gerne vorrechnete.
Um dieses zu verdeutlichen, präsentierte er im Oktober 2004 bei seiner Deutschland-Premiere unter dem Titel „Morricone dirigiert Morricone“ in der Münchner Philharmonie ein Programm, das möglichst alle Façetten seines filmischen Schaffens enthalten sollte: von sozial engagierten Arbeiten wie „Erklärt Pereira“, „Die Verdammten des Krieges“ oder „Sacco und Vanzetti“ über epische Filme wie „Es war einmal in Amerika“ oder „Die Legende vom Ozeanpianisten“ bis hin zu Stoffen wie „The Mission“, „Richard III“ und „Cinema Paradiso“, seine wohl „italienischsten“ Arbeiten und eine audio-visuelle Umarmung des Kinos schlechthin.
Matthias Keller, langjähriger Redakteur beim Bayerischen Rundfunk und unter anderem Gründer der Filmmusiksendung „Cinema – Kino für die Ohren“ auf BR Klassik, war damals derjenige, der Morricones Deutschland-Debüt ermöglichte. Über mehr als drei Jahrzehnte war er mit dem römischen Maestro freundschaftlich verbunden und hat ihn auf vielen seiner Konzerte sowie bei Studioproduktionen begleitet. Kaum jemand kennt Morricones filmmusikalisches Oeuvre so gut wie er; kaum jemand erhielt so umfassend Einblick in Morricones Partituren und seine Arbeitsweise – einschließlich der Begegnungen mit dem Menschen Ennio Morricone. Entsprechend reichhaltig ist Kellers Bild- und Tonmaterial, aus dem sich sein Vortrag speist.