start: 19:00 hrs
end: 20:30 hrs
location: Spanisches Kulturinstitut "Cervantes" - Alfons-Goppel-Str.7
Vortrag mit PowerPoint
Referentin: Martina Sepp
„Gestern war ich in der Komödie, die mir viel Freude gemacht hat, ich sah ein extemporiertes Stück in Masken, mit viel Naturell, Energie und Bravour aufgeführt,“ berichtet Goethe 1786 auf seiner Italienischen Reise nach dem Besuch einer Commedia dell´arte Vorstellung. Mitte des 16. Jhd. entsteht diese Theaterform im Veneto, ihre Wurzeln sind vielfältig und gehen weit über die Region hinaus. Einflüsse der antiken römischen Komödie und das mittelalterliche Wandertheater mischen sich mit regionalen Typen – wie der Figur des Pantalone – zu einer einzigartigen Spielform. Stereotype Charaktere und das Spiel all´improvviso werden zum Erkennungsmerkmal der Commedia. Zum Erfolg und der europaweiten Verbreitung dieses Stehgreiftheaters trugen letztendlich die vielgestaltigen Darstellungen in der bildenden Kunst bei. Dazu gehören die herausragenden Fresken der Narrentreppe in Landshut und im Theater von Sabbioneta, aber auch Bustellis Tafelschmuck und nicht zuletzt beschäftigen sich die Maler der klassischen Moderne wie Picasso und Paul Cézanne mit Harlekin und Pierrot.
Auf dem Weg zum europaweiten Erfolg spielt gerade München eine entscheidende Rolle, hier findet bereits 1568 eine der ersten Commedia dell´arte Aufführungen auf deutschem Boden statt und wird begeistert gefeiert. So wird sie zum Wegbereiter der Comédie francaise, des Wiener Volkstheaters und findet mit Goldoni einen letzten Höhepunkt in ihrem Ursprungsland Italien.