start: 19:00 hrs
end: 20:30 hrs
location: Instituto Cervantes, Alfons-Goppel-Str. 7- 80539 München
Referent: Prof. Dr. Johannes Nollé
Gab es je den idealen Herrscher bzw. Staatsführer oder ist er nicht mehr als ein Produkt menschlicher Stilisierungen und Hoffnungen?
Der römische Senat verlieh im Jahre 114 n. Chr. Kaiser Trajan (98-117 n. Chr.) den Titel eines ‹optimus princeps›, der allerbeste Fürst. Zweifellos hatte Trajan nach der Ermordung des tyrannischen Kaisers Domitian und der kurzen Regentschaft seines Adoptivvaters Nerva ein neues Zeitalter heraufgeführt, das der senatorischen Oberschicht Roms Sicherheit und neue Möglichkeiten bot. Trajan konnte in seinen Dakerkriegen reiche Beute machen, die Italien und vor allem Rom zugute kam. Durch weitere Kriege Trajans erreichte das Römische Reich seine größte Ausdehnung, doch wurde schon gegen Ende von Trajans Regentschaft deutlich, dass der Kaiser die Kräfte Roms überspannt hatte. Eine Lobrede des jüngeren Plinius auf Trajan, Plinius’ Korrespondenz mit dem Kaiser, ferner Trajans Münzprägung sind wichtige Zeugnisse der Zeit, die Historiker unserer Tage verwenden, um zu einer Einschätzung dieser zweifellos bedeutenden historischen Persönlichkeit zu gelangen.