start: 19:00 hrs
end: 20:30 hrs
location: Instituto Cervantes - Alfons-Goppel-Straße 7, 80539 München
Referentin: Martina Sepp
Die Italiensehnsucht Ludwig I. ist allgemein bekannt, aber auch viele andere Mitglieder des bayerischen Herrscherhauses bereisten das Land jenseits der Alpen aus unterschiedlichsten Beweggründen. Pilgerreisen, Gesundheitskuren, Liebesabenteuer, aber auch politische Motive zogen sie jahrhundertelang über die Alpen. Schon Ludwig der Bayer brach 1328 zu seiner Kaiserkrönung nach Rom auf und auf italienischem Boden entschied sich das Schicksal des Herzogtum-Bayerns für viele Jahrhunderte.
Ab der Renaissancezeit beginnt die Epoche der Grand Tour oder Kavaliersreise, auf die man Thronfolger aus ganz Europa schickte und fester Bestandteil dieser oft monatelangen Reisen waren die großen Sehenswürdigkeiten Italiens. Letztendlich wird hier der Grundstock für die moderne Studienreise gelegt. Bestens dokumentiert ist die Grand Tour des jungen Kurprinzen Carl Albrecht, der 1715 die klassische Reiseroute über Venedig und Rom absolvierte. Festbanketts, Bälle, Pferderennen und Segelregatta auf dem Canale Grande gehörten zu dem vielseitigen Programm der Reise.
Doch auch im 19. Jahrhundert begeisterten sich die Wittelsbacher für Italien. Ludwig I. unternahm 27 Reisen über die Alpen, aber auch Prinzregent Luitpold genoss die Reisen nach Italien. Beeindruckend sind die Schilderungen seiner Tochter Therese, die auf ihren Reisen den Vesuv und den Ätna bestieg.