Ketzerei in Rom – die gnadenlose Abwehr von Reformation und Häresien

09. Februar 2018
start: 19:00 hrs

location: Instituto Cervantes, Alfons-Goppel-Str. 7

Vortrag mit Bildern
Referent: Alois Uhl, Theologe

Ein aufgewühltes Klima herrscht im Rom des 16. Jahrhunderts, reformatorische Ideen erreichen die Papststadt und infizieren sogar Kirchenfürsten. Kardinal Morone, der positive Ansätze in der Reformation sah, wird in die schaurigen Verliese der Engelsburg gesperrt und wartet dort sehnsüchtig auf den Tod von Papst Paul IV. Es rächt sich, dass die Kardinäle einen jähzornigen Greis gewählt hatten, ein Kirchenoberhaupt, das von irrationalem Hass und Altersstarrsinn geleitet wurde. Nicht umsonst wurde sein Tod mit großem Jubel begrüßt.
„Die Ketzerin, die von Himmel kam“, so nennt ein Artikel in der SZ Giulia Gonzaga, die der Papst am liebsten verbrannt hätte. Ihre Briefe an Pietro Carnesecchi kosteten diesem das Leben, er wurde auf der Engelsbrücke geköpft. Zu dem Kreis der „spirituali“ gehörte auch Vittoria Colonna, die Sympathien für den Franziskaner Bernardino Ochino zeigte, der sich nach Genf zu Calvin flüchtete.
Giordano Bruno, der Minnesänger kosmischer Unendlichkeit, gerät in die Fänge der Inquisition und endet qualvoll im Februar 1600 auf dem Scheiterhaufen. Je nach Pontifikat wurden Angst und Schrecken verbreitet. Der Vortrag beleuchtet die sehr typische Stimmungslage in Rom mit spannenden Einzelschicksalen.