start: 19:00 hrs
end: 20:30 hrs
location: Instituto Cervantes - Alfons-Goppel-Strasse 7 - 80539 München
Vortrag mit Lichtbildern
Referentin: Dr. Dorethée Siegelin
Julius II (1503-1513) war der erste Papst, der persönlich in den Krieg zog; ein Machtmensch, der den Ruhm der Kirche und die Bedeutung und territoriale Erstreckung des Kirchenstaates vergrößern wollte. Gleichermaßen war er ein bedeutender Kunstmäzen. Während seiner Regentschaft löste Rom Florenz als wichtigste Kunstmetropole ab und die Kunst der Hochrenaissance blühte. Gleich nach seinem Amtsantritt vergab Julius II zwei Aufträge gewaltigen Ausmaßes, die seinem eigenen Ruhm und dem der Kirche dienen sollten. Er beauftragte den Architekten Bramante mit dem Bau einer neuen, riesigen Peterskirche, in der Michelangelo dem Papst ein gewaltiges Freigrab errichten sollte. Der Bau von St. Peter zog sich über ein Jahrhundert hin und wurde in Zeiten von Reformation und Gegenreformation auch ein politischer Bau. Das Projekt des riesigen Papstgrabmales kam nie zustande. Als eine Art Kompensation verpflichtete Julius II Michelangelo mit der Ausmalung der Decke der Sixtinischen Kapelle. Michelangelo machte sich zunächst höchst ungern an die Arbeit, zumal er selbst sein wahres Talent in der Bildhauerei sah. Das Ergebnis der Arbeit Michelangelos straft seiner Selbsteinschätzung Lügen: Die Sixtinische Decke ist sicher eines der schönsten und ungewöhnlichsten Kunstwerke europäischer Kunstgeschichte. Raffael schließlich, der eine zentrale Stelle am päpstlichen Hof innehatte, malte ab 1508 die päpstlichen Privatgemächer im Apostolischen Palast, die sogenannten Stanzen, aus. Die Fresken, darunter „Die Schule von Athen“, gehören zu den bedeutendsten der Hochrenaissance. Raffael wählte neben allegorischen Darstellungen zahlreiche historische Themen, die als Anspielungen auf die Regentschaft Julius‘ II gelesen werden können