„Vulkane, Erdbeben, Fluten, Seuchen, Hungersnöte: Katastrophen und ihre Bewältigung in Italien der Renaissance.“

14. Juni 2023
start: 19:00 hrs
end: 20:30 hrs

location: Instituto Cervantes - Alfons-Goppel-Strasse 7 - 80539 München

Powerpoint-Präsentation
Referent: Dr. Tobias Daniels

Das verheerende Erdbeben in der Türkei erinnert uns daran, dass auch die modernen Menschen vor Naturkatastrophen nicht sicher sind. Wie aber gehen Menschen mit solchen Schicksalsschlägen um, heute und in der Vergangenheit? In Italien haben nicht erst die Florentiner Flut von 1966, die verheerenden Erdbeben von L’Aquila (2009) oder in Mittelitalien (2016) gezeigt, dass die Apenninenhalbinsel bei all ihrer Schönheit auch viele
Gefahren birgt.

Nicht zuletzt aufgrund der geographischen Lage und geologischen Struktur – mit den zwei großen Vulkanen Vesuv und Ätna – sind Katastrophen ein Teil der Geschichte Italiens.

In Mittelalter und Renaissance ereigneten sich ebenfalls eine Reihe von Desastern: In Florenz eine große Flut im Jahr 1330, die schwarze Pest 1347/48, weithin spürbare Erdstöße im Friaul 1348 oder Neapel 1456; oftmals beobachtete man gleichzeitig Kometenerscheinungen und witterte übernatürliches Unheil. Damals wurden erste wissenschaftliche Erklärungsversuche zu den Naturereignissen entwikkelt; sie waren gepaart mit anderen, vorwissenschaftlichen
Erklärungsversuchen und Bewältigungsstrategien: von der Religion bis hin zum Aberglauben.
Aus den Versuchen des Wiederaufbaus ergaben sich entscheidende gesellschaftliche Dynamiken und auch Impulse für die Kunst und Urbanistik der Renaissance. Der Vortrag erläutert diese katastrophalen Ereignisse und den Umgang mit ihnen, und fragt zugleich, was wir für unsere heutige Lebenswelt daraus lernen können.