Zwischen kalkulierter Machtpolitik und engagierter Solidarität: Napoleon I. bzw. III. und der italienische Nationalstaat

03. Mai 2019
start: 19:00 hrs
end: 20:30 hrs

location: Instituto „Cervantes“, Alfons-Goppel-Str. 7

Vortrag

Referent: Dr. Stefan Winter

Mit der raschen Zerschlagung der österreichischen Präsenz in Ober- und Mittelitalien seit 1796 schuf Napoleon I. nicht nur neue Republiken und Königreiche unter französischer Dominanz, sondern förderte eher ungewollt einen ersten italienischen Patriotismus, der sich seit 1815 zum Risorgimento formierte. Eine entscheidende Hilfe erhielt der italienische Einheitswille mit dem 1858 abgeschlossenen Bündnis zwischen Napoleon III. und dem Ministerpräsidenten von Piemont – Savoyen Cavour. Konnten mit dem Sieg über die Habsburger 1859 noch nicht alle erhofften territorialen Wünsche erfüllt werden, schuf das Bündnis mit Preußen 1866 den Erwerb Venedigs ohne den Kaiser in Paris. Erst mit dem Abzug der Franzosen aus Rom 1870 endete eine besondere Beziehungsgeschichte der beiden Staaten, die auch von Autoren wie Stendhal oder Merimée widergespiegelt wurde.